Programm der Autonomen Woche (3. bis 11. März 2001) in D i j o n


Vom 3. bis 11. März organisieren autonome Gruppen, Hausbesetzer und selbstverwaltete Zentren in Dijon eine autonome Aktionswoche. Warum? Um einen Überblick zu geben über die autonomen Initiativen in Dijon : Wohnraum und Squats, Feminismus, Antiimperialismus, alternative Kulturszene, Gewerkschaftsbewegung, Antifaschismus, Solidarität Nord - Süd, Aktionen zur Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr, Fahrräder gegen Autos in der Stadt und vieles andere mehr. In der gegenwärtigen Wahlkampfperiode bemühen sich die Parteien und politischen Institutionen um den Erhalt ihrer Machtpositionen. Wir wollen nicht mit in den selben demagogischen Diskurs einsteigen, sondern zeigen, daß es echte, selbstbestimmte Alternativen gibt. Wir möchten, daß sich diese Alternativen dank eines permanenten gegenseitigen Austausches weiterentwickeln. Hier also einige Termine, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind :

3. März Eröffnung , Walzer, Kreativität, 21h - « Tanneries » : Die Tanneries haben für die autonome Woche das Motto « Do It Yourself" ausgegeben: autonome Musik machen ohne die Großen der Musikindustrie; die herrschende Kultur durch eigene Kreativität in Frage stellen. Folgende Gruppen spielen zum Tanz auf : Goofball (Frauen Pop-Punk - St-Etienne) Lack of Reason ( Frauene Emo-Pop-Core - St-Etienne), Spartak Syrkus (Revival von Musik aus dem Osten - Grenoble) Chicken's Call (Ska-Punk - Terre) Beitrag : 20 FF Literatur, Speis und Trank vorhanden

4. und 5. März, 14h – « Tanneries » : Die Autonome Woche ist ein aktiver Prozeß. Keine passive Teilnahme oder bloßes Konsumieren! Macht mit ! Eure Ideen interessieren uns. Das Wissen und Können, je verrückter, desto besser, einer/s jeden ist angefragt. Wir schlagen Euch dieses Treffen am 4. und 5. 3. vor, um die Aktionswoche gemeinsam vorzubereiten. - Rechtsschutzworkshops - Weitergabe von Informationen

19h – « Tanneries » Pressekonferenz, Vorstellung der Aktionswoche und ihrer ProtagonistInnen

6. März – Solidarität, Antiimperialismus und Anarcho-Syndikalismus

Im vergangenen Februar haben 2 KolumbianerInnen vom PCN (Proceso de las Comunidades Negras) in Dijon dazu aufgerufen, gegen den « Kolumbienplan » zu protestieren, da dieser sowohl die Auslöschung indigener schwarzer und farbiger Dorfgemeinschaften als auch die Zerschlagung aller antiimperialistischen Widerstandsgruppen in ihren Land vorsieht. Unter dem häufig gebrauchten Deckmantel des Kampfes gegen Drogen wollen die USA und Europa der kolumbianischen Regierung 4 Mrd USD für fast ausschließlich Rüstungsausgaben leihen. Dies bedeutet eine Verschärfung der blutigen Unterdrückung der kolumbianischen DissidentInnen. (mehr Infos dazu auf der Maloka Homepage) Eine Solidaritätsaktion mit den kolumbianischen WiderstandskämpferInnen wird stattfinden : Infos zu den Massakern, die unsere Regierungen vorbereiten. 20h – im Café du marché le "Chez-Nous" Die CNT lädt ein zu einem Videoabend mit Diskussion. Die CNT ist keine Gewerkschaft wie jede andere ...

7. März "Culture alternative, éducation, zonzon" (Alternative Kultur, Bildung, dummdumm?) 15h-19h – im autonomen Laden "Infoshop" alternativer Kiosk : unabhängige Musikprodukte (Vinyl, Kassetten, Punk, Hardcore, Ska, Jazz, Noise u.a.)Bücher, Hefte usw. Geöffnet in der Regel samstags und ausnahmsweise am Mittwoch zwischen 15h und 19h. 17h – in der FAC de Lettres : CNT-FAU lädt ein zu einem Treffen zum Thema alternativer Bildung und autonomer Erfahrungen in diesem Sektor. Die CNT-FAU ist eine Gewerkschaftsgruppe, die an der Uni in Dijon arbeitet, vor allem im Rahmen von Bemühungen um Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis 20h – im automomen Laden « Local Libertaire » : Solirestaurant für die Ortsgruppe des Schwarzen Anarchistischen Kreuzes « la Croix Noire Anarchiste », welche sich aktiv um Gefangenenhilfe kümmert. Nach dem Essen soll ein 25minütiger Dokumentarfilm über in Frankreich und Spanien einsitzende baskische Häftlinge gezeigt werden, danach ein Dokumentarfilm von Jean-Michel Carré über das Quartier Femmes de Fleury-Mérogis. Die Einnahmen des Abends gehen in die Gefangenenhilfe.

8 März - Frauen im Kampf Die Machtverhältnisse Mann- Frau in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind noch lange nicht gekippt.Frauen reagieren auf diese versteckte, tägliche Gewalt. 10h - an der Uni : FAC de Lettres / 15h - place du Bareusai : den ganzen Tag lang Pressetische der Feministinnen 19h – in der "Courdémone" gemischter Frauenabend mit Video, Diskussionen zum feministischen Kampf, Apéro-sandwiches, offen für jedeN 9 März – Squats, Räumung, Widerstand Seit einigen Jahren werden in Dijon wie auch anderswo aufgegebene Gebäude besetzt und zu neuem Leben erweckt. Weil dadurch das Eigentumsrecht grundlegend in Frage gestellt wird, sind diese Orte permanent von Räumung bedroht. Dagegen wehren wir uns. Aktionen von HausbesetzerInnen. 16h – im Squat « Pamplemousse » Tag der offenen Tür für eine « expo-vidéo-squat » 20h – im « Pamplemousse » weitere Infos zum Thema "Was ihr schon immer über Squatten wissen wolltet und Euch nie zu fragen getraut habt »

10 März Vokü, Konferenz, Musik 13h - place du Bareuzai : Weil es besser ist, gemeinsam zu handeln, als wählen zu gehen, rufen die Autonomen zu einer großen Vokü und Straßenbesetzung auf : Für eine selbstverwaltete Stadt ! Öffentliche Foren, Pressetische, Aktionen, Musik, Performances. JedeR bringt Essen mit und was sonst noch benötigt wird. Um Punkt 18h in den "Tanneries"die autonome Gruppe lädt Domenico Liguori, Mitglied der Fédération Municipale de base d'Espezzano Albnes (Calabrien, Italien) zu einer Kampfkonferenz ein. Er wird von seinen Erfahrungen mit autonomer Stadtverwaltung berichten und ist bereit, mit Euch zu streiten. Parallel dazu stellt sich « Tanneries » als kulturelles, soziales und politisches selbstverwaltetes Stadtprojekt vor. Eintritt frei, Nichterscheinen daher nicht entschuldbar. 21h – « Tanneries » Ska Konzert. Die Einnahmen des Abends werden für antifaschistische und Gemeinschaftprojekte in Dijon verwendet. 20 FF Eintritt. Gruppen : Affliction (hc-punk - Troyes) W5 (ska-core - Grenoble) Robotnicka (émo-pop-hc - Dijon/Ecosse) Les Lutins Bleus (reggae-ska-folk - Terre)

11 mars – Ausstellung, Erdnüsse und Percussion 14h – « Collectif N°6 » : Eine Ausstellung, Performances und ein "take five tea time" sowie ein Squat-Café stehen auf dem Programm. Alles mit freiem Eintritt außer für die beiden Konzerte.

Die Autonome Woche ist ein Initiative folgender Gruppen : ABC Dijon, Groupe libertaire Dijonnais (FA-SCALP), CNT Interco 21, CNT-FAU, SCALP 21, Groupe féministe non-mixte, Maloka, HausbesetzerInnen und Autonome…und die selbstverwalteten Zentren Courdémone, Collectif N°6, Longepierre, Pamplemousse, Espace autogéré des Tanneries, Local Libertaire.

Adressen : -La Courdémone (selbstverwaltetes Frauensquat seit nun schon fast 7 Monaten) 15, cours du Parc, Dijon. -Le Pamplemousse (besetzt seit Okt- 2000) 18, rue du Midi, Dijon -L'espace autogéré des Tanneries (besetztes, ehemaliges Schlachthaus) : 13-15-17, bd de Chicago -Dijon.Local Libertaire, 61, rue Jeannin, Dijon.Contact / Infos :Téléphone : 06-11-297-406 - www.chez.com/maloka

Unsere Initiative ist Bestandteil der Widerstandswoche, die in ca. 10 weiteren französischen Städten stattfindet http://resistances.info.free.fr

[squat!net]


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